Der Ausbau der Windenergie im Binnenland ist entscheidend, um die Herausforderungen der Energiewende zu bewältigen. Die Windgeschwindigkeiten sind im Vergleich zu Standorten auf See geringer und die Anströmung komplexer.
Das Forschungsvorhaben WINDbreaks soll dabei helfen die Volllaststunden der Windenergieanlagen im komplexen Terrain zu erhöhen.
Hierfür sind messtechnische und numerische Untersuchungen an Windenergieanlagen (WEA) und an Baumreihen, die als Windschutzstreifen (WSS) dienen, geplant. Die Überströmung der WSS führt zu einer Beschleunigung der Windgeschwindigkeit und diese geht pro-portional zur dritten Potenz in den Leistungsertrag von WEA ein. Ein zusätzlich positiver Nebeneffekt ist das flachere Geschwindigkeitsprofil in Höhe der Rotorblätter, welches eine gleichmäßigere Verteilung der angreifenden Kräfte zur Folge hat.
Der
Projektpartner Optolution entwickelt die Drohnen-Windmesstechnik und
setzt sie zur Generierung von Messdaten für die CFD-Analysen des
Projektpartners Hochschule Ansbach ein. Der assoziierte Projektpartner
N-ERGIE stellt die Messorte zur Verfügung.
Im Teilvorhaben der Hochschule Ansbach finden Untersuchungen im Freifeld an realen Referenz-Windenergieanlagen im komplexen Terrain statt. Dabei kommt eine Kombination aus messtechnischen und numerischen Methoden zum Einsatz. Die benötigte Drohnenmesstechnik, mit der die Strömungsbedingungen vor und nach der Windenergieanlage in der erforderlichen Messgenauigkeit bestimmt werden können, wird im Laufe des Projektes entwickelt und verfeinert. Es werden experimentelle Untersuchungen an der Referenz-WEA sowie an separaten Windschutzstreifen durchgeführt und jeweils, mit Hilfe der messtechnischen Ergebnisse, ein numerisches Modell aufgebaut. Mit der Kopplung der Simulationsmodelle können erstmalig die aero- und strukturmechanischen Auswirkungen der Windschutzstreifen auf die Windenergieanlage analysiert werden. Über Parameterstudien werden botanische, saisonale und anlagenspezifische Effekte untersucht und in eine Ertragsberechnung implementiert. Abschließend wird eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung der Großbaumverpflanzung an Bestands- sowie an Neuanlagen durchgeführt.
Zacharias, Konstantin; Rösch, Bernhard; Buchele, Alexander (2026)
Proceedings - Journal of Physics: Conference Series (3224), 022014.
While forests are known to increase turbulence and fatigue loads on wind
turbines, the impact of smaller-scale vegetation such as tree rows has
received limited attention. This study investigates speed-up effects
caused by a tree row and their influence on wind turbine power and blade
loads using Detached Eddy Simulation (DES) and OpenFAST. A
realistically modeled tree row at the Risø campus is considered,
including seasonal variations in leaf area index (LAI). The simulations
reveal a speed-up region above the canopy, leading to a relative power
increase of approximately 6% for the high-LAI case and about half that
value for the low-LAI case. Aeroelastic simulations with the NREL 5 MW
wind turbine confirm the power increase and show a rise in flapwise
blade root bending loads. Second-order statistics within the rotor plane
remain largely unchanged, indicating that the load increase is driven
by mean flow acceleration rather than turbulence. These results
demonstrate that tree rows can increase power and highlight the
influence of local vegetation in wind turbine siting.How Tree Rows Affect Wind Turbine Inflow Conditions: A Numerical Study of Speed-Up Effects and Blade Loads
DOI: 10.1088/1742-6596/3224/2/022014
Open Access
Peer Reviewed
Zacharias, Konstantin; Buchele, Alexander (2024)
Vortrag auf den 32. Windenergietagen in Linstow, November 2024.
Wie beeinflussen Bäume das Einströmverhalten von Windenergieanlagen?
ORCID iD: 0009-0000-1030-0689