Messenger-Dienste gewinnen als Kommunikationsmedium im schulischen Alltag an Bedeutung; gleichzeitig ist ihr Einsatz zwischen schulinterner Abstimmung und Kommunikation mit Eltern unterschiedlich gerahmt und umstritten. Der Beitrag untersucht auf Basis einer Online-Befragung von Lehrpersonen (N = 250) die Nutzungshäufigkeit, genutzte Dienste, als passend eingeschätzte Kommunikationsanlässe sowie Nutzungsintentionen differenziert nach interner schulischer Kommunikation und Elternkommunikation. Die Ergebnisse zeigen eine sehr hohe Nutzung von Messengern für die schulinterne Kooperation (mehrheitlich täglich oder mehrmals pro Woche), während Messenger für die Kommunikation mit Eltern deutlich seltener eingesetzt werden. In der internen Kommunikation werden neben schulischen Plattformlösungen auch verbreitete Drittanbieter genutzt. In der Elternkommunikation dominieren hingegen Messenger-Funktionen schulischer Plattformen. Messenger werden vor allem für organisatorische und informationsbezogene Anliegen als geeignet eingeschätzt, während für sensible Themen (z. B. Konfliktklärung, leistungsbezogenes Feedback) die Zustimmung deutlich geringer ist. Die Nutzungsintention fällt für interne Kommunikation signifikant höher aus als für Elternkommunikation und hängt zumindest für die schulinterne Nutzung positiv mit der selbsteingeschätzten digitalen Kommunikationskompetenz zusammen. Basierend auf den individuellen (Alter, Geschlecht) und schulartspezifischen Unterschieden in der Messenger-Nutzung sprechen die Befunde für eine funktionale, anlassbezogene Nutzung und unterstreichen den Bedarf an schulischen Rahmenkonzepten (Zuständigkeiten, Regeln, Reaktionszeiten, Datenschutz), um Entgrenzung und Missverständnisse zu reduzieren und gleichzeitig Effizienzpotenziale zu nutzen.
| Titel | Digitale Kommunikationspraktiken an Schulen: Empirische Befunde Zur Schulischen Und Elternbezogenen Messenger-Kommunikation |
|---|---|
| Medien | MedienPädagogik: Zeitschrift für Theorie und Praxis der Medienbildung (Jahrbuch Medienpädagogik) |
| Band | 23 |
| Verfasser | Lena Groß-Mlynek, Prof. Dr. Jasmin Bastian, Simon Biller, Prof. Dr. habil. Marion Händel |
| Seiten | 1-27 |
| Veröffentlichungsdatum | 23.07.2026 |
| Projekttitel | LeadCom |
| Zitation | Groß-Mlynek, Lena; Bastian, Jasmin; Biller, Simon; Händel, Marion (2026): Digitale Kommunikationspraktiken an Schulen: Empirische Befunde Zur Schulischen Und Elternbezogenen Messenger-Kommunikation. MedienPädagogik: Zeitschrift für Theorie und Praxis der Medienbildung (Jahrbuch Medienpädagogik) 23, 1-27. DOI: 10.21240/mpaed/jb23/2026.07.23.X |